FotoKompass

Besten Lightroom Komplettkurs finden für strukturierte Bildbearbeitung zu Hause

Lightroom-Komplettkurs im Vergleich: strukturierte Bildbearbeitung für Hobbyfotografen am Feierabend

Der Cursor steht über dem Kaufen-Button für einen weiteren Lightroom-Komplettkurs, und ich zögere - nicht wegen des Preises, sondern weil im Ordner daneben noch ein RAW-Stapel aus der Wutachschlucht zwischen Schattenmühle und Wutachmühle liegt, unbearbeitet. Der letzte Kurs hat mir Theorie geliefert, aber keinen Ablauf, den ich am Feierabend wiederholen kann. Genau das ist inzwischen mein Maßstab für jeden Lightroom-Kurs, jede Lektion und jedes Preset-Paket: Bringt es Struktur in die Bildbearbeitung, oder bleibt es ein weiteres angefangenes Modul im Ordner.

Kurzer Transparenz-Hinweis vorab: Einige Links in diesem Artikel sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber einen Kurs, bekomme ich eine Provision, dein Preis bleibt davon unberührt. Ich habe jeden hier erwähnten Kurs selbst bezahlt und durchgearbeitet, bevor ich ihn empfehle - für mich so etwas wie eine interne Revision, bevor etwas den Weg auf diese Seite findet.

Wer mit einer Systemkamera wie der Alpha 6400 einsteigt, merkt schnell: Ohne einen strukturierten Lightroom-Kurs bleibt ein Großteil der Sensorleistung ungenutzt, die RAW-Datei sieht flacher aus als das Smartphone-Foto daneben. Das eigentliche RAW-Problem ist aber ein eigenes Thema für sich. Mich beschäftigt hier die Frage danach - wie du systematisch Lightroom lernst, statt dir Wissen aus einzelnen Quellen zusammenzusuchen.

Strukturiert Lightroom lernen statt Module sammeln

Beim Adobe Lightroom Classic Komplettkurs war für mich der Modul-Zuschnitt der ausschlaggebende Punkt. Über 40 Lektionen in Häppchen von zwei bis sieben Minuten - das passt zwischen Abendessen und Gutenachtgeschichte, nicht nur in einen freien Sonntagnachmittag. Dazu kommen 30 Beispielfotos, mit denen du am gleichen RAW-Stand wie der Kursleiter arbeitest und direkt siehst, ob deine eigene Tonwertkorrektur oder dein Weißabgleich in die richtige Richtung geht. Kleinteilig, aber nachvollziehbar. Nicht mehr.

Eine Facebook- oder Telegram-Gruppe zum schnellen Nachfragen gibt es bei diesem Kurs nicht. Wenn ich in einem Modul feststeckte, blieb nur die Chatfunktion mit dem Kursleiter, und die Antwort kam bei mir meist erst nach ein bis drei Tagen. Als Controller hätte ich mir dafür eine verbindliche Reaktionszeit gewünscht, so bleibt es ein Punkt auf der Contra-Liste, auch wenn er den Kurs insgesamt nicht kippt. Wer nachrechnen will, wie sich das über die ganze Kursdauer auswirkt, findet meinen Preis-Leistungs-Check für Hobbyfotografen.

Vorher-Nachher-Vergleich beim Lightroom-Lernen: Bildbearbeitung auf dem Laptop im Modulkurs

Einmalzahlung oder Abo: Welches Preismodell passt zu deinem Rhythmus?

Adobe Lightroom selbst läuft im Abo, viele Komplettkurse dagegen als Einmalzahlung. Für mein Lerntempo - in Schüben, nicht kontinuierlich - hat sich die Einmalzahlung schneller amortisiert als ein laufendes Abo, weil ich manche Wochenenden gar nicht dazu komme und an anderen gleich drei Module durcharbeite. Das ist am Ende reine Nutzungsrechnung, keine Glaubensfrage: Wer regelmäßig übt, für den kann ein Abo-Modell genauso gut aufgehen. Eine ausführliche Kosten-Nutzen-Rechnung für verschiedene Lerntypen gehört auf eine eigene Seite, hier zählt für mich nur das Prinzip dahinter.

Ein Bekannter von mir bouldert samstags im Kletterzentrum Freiburg und hat dafür einen festen Slot in der Woche reserviert. Bei mir ist Lightroom eher das Modul nach dem Abendessen, wenn gerade Zeit ist - unregelmäßig, aber öfter, als man beim Blick auf den Kalender vermuten würde.

Warum ich bei deutschsprachigen Kursen bleibe

PhotoKit habe ich als Alternative zu Lightroom kurz getestet und wieder verworfen. Wer den ganzen Tag beruflich mit deutschen Auswertungen und Tabellen arbeitet, will sich abends nicht zusätzlich durch ein komplett englisches Interface kämpfen, nur um herauszufinden, welcher Regler welchem deutschen Begriff entspricht. Bei den Lightroom-Komplettkursen auf Deutsch entfällt dieser Zwischenschritt - die Begriffe im Kurs sind dieselben wie im Programm, Tonwerte bleiben Tonwerte und Dunst entfernen bleibt Dunst entfernen.

Spezialkurse für Immobilien und Landschaft

Für den Sonderfall Hausverkauf - mein Schwiegervater wollte sein Haus verkaufen und fragte, ob ich ein paar brauchbare Bilder machen könnte - gibt es einen eigenen Immobilienfotografie Online-Kurs mit klarer Modul-Reihenfolge von Equipment über Vorbereitung bis Bearbeitung, inklusive Checklisten zum Ausdrucken. Im Vergleich zu anderen Immobilien-Online-Kursen für private Anbieter war das für mich der strukturierteste Einstieg, weil ich vorher noch nie auf vertikale Linien oder Belichtungsreihen für Innenräume geachtet hatte.

Checkliste für Immobilienfotografie neben Kameraausrüstung aus dem Fotokurs-Vergleich

Reine Landschaftsfotografie bekommt eigene Spezialkurse, die tiefer in Langzeitbelichtung und Kompositionsfragen gehen, als es ein allgemeiner Komplettkurs je könnte - für mich bisher aber nur ein Punkt auf der Liste, kein abgeschlossener Test.

Presets richtig einordnen

Bevor ich mir ein fertiges Preset-Paket gekauft habe, habe ich kostenlose Presets aus verschiedenen Reddit-Threads zusammengesammelt. Jedes sah anders aus, weil offenbar jeder Ersteller seine eigene Kamera und seinen eigenen Weißabgleich als Ausgangspunkt genommen hatte - auf meinen Wutachschlucht-Dateien wirkte das Ergebnis wie von drei verschiedenen Fotografen bearbeitet. Das Paket mit 100 Lightroom-Presets für Reise- und Landschaftsfotografen löst genau dieses Problem, weil alle Looks aus einer Quelle stammen: 100 Presets in 13 Kategorien, bei mir am häufigsten die zehn Moody-Looks und die fünf cinematic-artigen Varianten für die Schwarzwald-Wochenenden.

Bei einem alten Titisee-Foto aus dem Archiv hat einer der Moody-Looks auf Anhieb gepasst - das Grün der Tannen sah plötzlich so aus, wie ich es in Erinnerung hatte, und nicht wie die übersättigte Version, die andere freie Presets daraus gemacht hatten. Das ist auch der Grund, warum ich Presets nicht als Autopilot benutze: Jedes Mal, wenn ich danach noch einen lokalen Korrekturpunkt setze, klickt die Maustaste so hart, dass mir auffällt, wie viel Handarbeit trotzdem bleibt. Ein Preset ersetzt keine Entscheidung, es verkürzt nur den Weg dahin - und wenn es den natürlichen Grünton eines Tannenwalds in giftiges Neongrün verwandelt, lösche ich es wieder aus der Sammlung.

Sony Alpha 6400 Kamera neben ausgedruckten Schwarzwald-Landschaftsfotos nach der Bildbearbeitung

Es gibt inzwischen ganze Kriterienkataloge dafür, wie man einen guten Online-Kurs für Bildbearbeitung überhaupt erkennt - das würde hier den Rahmen sprengen. Für mich sind nach vier Komplettkursen und zwei Jahren mit der Kamera drei Dinge übrig geblieben, an denen ich jeden neuen Kurs messe.

Drei Kriterien für die nächste Kurswahl

Erstens die Taktung: Lektionen unter zehn Minuten lassen sich realistisch in einen Feierabend quetschen, alles darüber wandert auf die Später-Liste und bleibt meistens liegen. Zweitens das Preismodell im Verhältnis zum eigenen Lerntempo - schubweise Lerner fahren mit einer Einmalzahlung meist besser als mit einem Abo. Drittens die Sprache: Wer abends nach der Arbeit lernt, hat selten noch Kapazität, nebenbei Fachbegriffe zu übersetzen.

Für den Einstieg bleibt der Adobe Lightroom Classic Komplettkurs meine erste Empfehlung, weil er alle drei Kriterien erfüllt. Spezialkurse für Immobilien oder Landschaft baust du danach drauf, wenn ein konkreter Anlass wie ein Hausverkauf oder eine Foto-Serie das verlangt - nicht davor. Struktur zuerst, Spezialisierung danach: In der Bildbearbeitung funktioniert das genauso wie im Reporting.

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