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Lightroom Presets für Reise und Landschaft im Test: Schneller zum Urlaubsfoto

Lightroom Presets für Reise und Landschaft im Test: Schneller zum Urlaubsfoto

Ein verregneter Sonntagabend im Februar in Freiburg-Wiehre. Ich saß am Wohnzimmertisch vor 400 RAW-Dateien von unserer letzten Tour am Feldberg. Mein Controller-Gehirn fing sofort an zu rechnen: Wenn ich pro Bild nur 15 Minuten für die manuelle Tonwertkorrektur und den Weißabgleich brauche, sitze ich 100 Stunden an diesem einen Ausflug. Das ist kein Hobby mehr, das ist eine unbezahlte Überstunde ohne Aussicht auf Freizeitausgleich.

Bevor ich fortfahre: Ein kurzer Transparenz-Hinweis für die Kollegen. Diese Seite enthält Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links einen Kurs oder ein Paket kaufst, erhalte ich eine Provision – ohne Mehrkosten für dich. Ich empfehle hier nur Material, das ich selbst bezahlt und mindestens vier Wochen lang in meinen Workflow integriert habe. Volle Transparenz, wie beim Quartalsabschluss.

Vom Smartphone-Modus zur 24-Megapixel-Realität

Als mir meine Frau im November 2024 die gebrauchte Sony Alpha 6400 schenkte, dachte ich, die Bilder würden von allein glänzen. Die Realität auf dem MacBook war ernüchternd. Die 24,2 Megapixel sahen im Vergleich zu den KI-optimierten iPhone-Fotos flach und grau aus. Ich habe schnell gelernt: Warum Kamera-Bilder flach aussehen, liegt am RAW-Format, das erst entwickelt werden will. Aber wer hat nach Feierabend die Zeit für die komplette Handarbeit?

Nachdem ich mich durch diverse Youtube-Tutorials und den ersten Adobe Lightroom Classic Komplettkurs gearbeitet hatte, war die Theorie klar. Aber der Durchsatz fehlte. Ich wollte den Look meiner Schwarzwald-Bilder vereinheitlichen, ohne bei jedem Foto das Rad neu zu erfinden. Deshalb habe ich mir im Februar das Paket mit den 100 Lightroom-Presets für Reise- und Landschaftsfotografen für 70 Euro gegönnt.

Der Fehlstart: .lrtemplate vs. .xmp

Ein typischer Anfängerfehler hat mich direkt zwei Stunden Lebenszeit gekostet. Ich hatte in einem alten Forum über Presets gelesen und versucht, alte .lrtemplate-Dateien zu importieren. Erst nach einer Google-Session verstand ich: Seit Lightroom Classic Version 7.3 (das war schon 2018) hat Adobe auf das .xmp-Format umgestellt. Das von mir gekaufte Paket liefert zum Glück direkt die modernen Dateien, aber wer noch mit uralten Standalone-Versionen arbeitet, schaut hier in die Röhre.

Das Paket ist systematisch in 13 Kategorien unterteilt. Für mich als Controller ist das eine saubere Struktur. Besonders die Kategorien 'Moody' (10 Looks) und 'Golden' haben es mir angetan. Wenn ich ein Foto vom Nebel über dem Feldberg lade, das leise Surren meines MacBook-Lüfters im Hintergrund höre und mit einem Klick aus dem grauen Matsch eine cineastische Szene mache, ist das der Moment, in dem sich die Investition für mich amortisiert.

Workflow-Check: MacBook vs. iPhone

Ein großer Pluspunkt für meinen mobilen Workflow: Das Paket enthält zwei Dateiformate. Die .xmp-Dateien für die Arbeit am Schreibtisch und .dng-Dateien für Lightroom Mobile. Ich kann also schon auf der Rückbank (wenn meine Frau fährt) die ersten Bilder auf dem iPhone sichten und mit dem exakt gleichen Look versehen, den ich später am Rechner verfeinere. Das spart mir die Doppelarbeit und sorgt für einen einheitlichen Benchmark in meinem Foto-Archiv.

Ich nutze den Adobe Photography Plan für 14,62€ im Monat. Wenn ich die 70 Euro für die Presets gegenrechne und davon ausgehe, dass ich sie bei etwa 20-25 Schwarzwald-Touren pro Jahr einsetze, lande ich im ersten Jahr bei rund 1€ pro Anwendung. Das ist ein ROI, mit dem ich leben kann.

Der Haken an der Sache (Unique Angle)

Man muss ehrlich sein: Presets sind kein 'Magic Button'. Mein Test über die letzten Wochen hat gezeigt: Vorgefertigte Presets sparen zwar sofort Zeit, erfordern aber oft einen höheren manuellen Korrekturaufwand bei schwierigen Lichtverhältnissen als eine von Grund auf solide manuelle Basiseinstellung. Wenn ich zum Beispiel im tiefen Wald bei wechselhaftem Licht fotografiere, haut der 'Moody'-Preset die Schatten manchmal so weit in den Keller, dass ich manuell gegensteuern muss. Wer blind klickt, verliert Details. Ein Preset ist ein Startpunkt, kein Endergebnis.

Trotzdem: Für die Masse an Familienfotos – wie neulich beim Sohn auf dem Laufrad im herbstlichen Laub – sind sie unschlagbar. Ich habe früher für 20 Bilder den ganzen Abend gebraucht. Jetzt jage ich sie durch einen passenden Look, korrigiere kurz die Belichtung und bin fertig.

Systematischer Vergleich der Ressourcen

Hier ist meine aktuelle Aufstellung, was sich für welchen Zweck gelohnt hat:

Produkt Zweck Mein Fazit
Lightroom Komplettkurs Fundament Unverzichtbar, um zu verstehen, was man da eigentlich tut.
100 Landschafts-Presets Speed Mein täglicher Workflow-Beschleuniger für Schwarzwald & Reise.
Immobilienfotografie Kurs Spezialfall Hat mir beim Hausverkauf des Schwiegervaters massiv geholfen.

Wer nach Feierabend nicht noch einmal acht Stunden arbeiten will, kommt um eine gewisse Automatisierung nicht herum. Falls du noch ganz am Anfang stehst, empfehle ich dir, zuerst einen Lightroom Kurs auf Deutsch zu belegen, um die Regler zu verstehen, bevor du Geld für Presets ausgibst. Wenn die Basis aber steht, ist das Landschafts-Presets-Paket eine lohnende Abkürzung, um die 100 Stunden Bildbearbeitung pro Urlaub drastisch zu reduzieren.

Am Ende zählt für mich das Ergebnis im Familienalbum und die Zeit, die ich nicht vor dem Bildschirm verbringe. Und da schlagen die Presets jedes manuelle Crunchen von Tonwerten um Längen.

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