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Lightroom Presets vs manuelle Bearbeitung: Wann sich der Kauf wirklich lohnt

Lightroom Presets vs manuelle Bearbeitung: Wann sich der Kauf wirklich lohnt

Es ist kurz vor elf Uhr abends in der Wiehre. Das Haus ist still, die Kinder schlafen, und ich sitze am Esstisch vor meinem MacBook. Auf dem Bildschirm: Ein RAW-File vom Schauinsland, aufgenommen in der Nebelsuppe des späten Winters. Die Sony Alpha 6400 hat zwar technisch alles geliefert – 24.2 Megapixel Auflösung und ein Autofokus mit 425 Phasen-Detektionspunkten, der sogar im Dunst saß –, aber das Bild sieht einfach flach aus. Grau in grau. In solchen Momenten, nach einem Zehn-Stunden-Tag mit Excel-Tabellen im Büro, ist die Versuchung groß, einfach auf einen Knopf zu drücken und das Problem zu lösen.

Der Frust am Wohnzimmertisch: Wenn 24 Megapixel langweilen

Ich erinnere mich noch gut an den Start im November 2024. Meine Frau schenkte mir die Kamera zum 40. Geburtstag, um mich vom Smartphone-Knipsen wegzuholen. Aber die Realität im April 2025 war ernüchternd: Die Bilder aus der Sony sahen unbearbeitet schlechter aus als das, was mein iPhone per KI-Automatik ausspuckte. Also habe ich angefangen, Lightroom zu lernen. Erst YouTube-Schnipsel, dann systematische Kurse. Mittlerweile habe ich vier Komplettkurse durchgearbeitet und verstehe das Histogramm besser als manch einen Quartalsbericht.

Aber hier ist das Problem: Ich verbringe nach Feierabend oft 15 Minuten an einem einzigen Bild. Ich schiebe Regler für Lichter, Schatten und die Gradationskurve hin und her, nur um am Ende festzustellen, dass ich mich im Kreis gedreht habe. Mein innerer Controller sagt mir: Der ROI (Return on Investment) meiner Freizeit ist katastrophal. Genau deshalb habe ich mir Mitte Februar 2026 ein spezielles Preset-Paket für Reise- und Landschaftsfotografie gekauft. Ich wollte wissen, ob diese „One-Click-Wunder“ wirklich den Workflow beschleunigen oder ob ich nur Geld für digitale Filter aus dem Fenster werfe.

Nahaufnahme von Lightroom Bearbeitung am Laptop mit Schwarzwald RAW Datei

Warum 15 Minuten pro Bild kein nachhaltiger Forecast sind

In meinem Job rechne ich alles in Stunden-Sätzen und Effizienz aus. Wenn ich am Wochenende 50 Bilder vom Ausflug zum Feldberg (immerhin 1493 Meter hoch und oft tückisch im Licht) mitbringe, brauche ich bei meinem aktuellen Tempo über 12 Stunden für die Bearbeitung. Das ist kein nachhaltiger Forecast für ein Hobby, wenn man unter der Woche Vollzeit arbeitet. Ich habe gemerkt, dass ich oft bei den immer gleichen Schritten hängen bleibe: Objektivkorrektur, ein bisschen Dunst entfernen, den Weißabgleich korrigieren.

An diesem Punkt kommen Presets ins Spiel. Ein Preset ist im Grunde nichts anderes als eine gespeicherte Konfiguration von Lightroom-Reglern im .xmp-Format. Als ich das erste Mal ein Preset auf ein Foto vom Kaiserstuhl anwendete, war der Effekt krass. Die Farben sprangen mich förmlich an. Aber es fühlte sich auch ein bisschen nach Betrug an. Hatte ich die letzten Monate in den Kursen umsonst gelernt, wie man Sony Alpha 6400 RAW Bilder bearbeitet, wenn ein Klick das Gleiche erledigt? Ich hörte förmlich das leise Klicken meiner Maus in der Stille des Wohnzimmers und spürte die Wärme des MacBooks auf meinen Knien – und fragte mich: Bin ich jetzt ein Fotograf oder nur ein Anwender von fremden Vorlagen?

Der Testlauf: Das Landschafts-Preset-Paket im Praxiseinsatz

Ich habe das Paket über mehrere Wochen im Frühjahr 2025 bei den ersten Wandertouren getestet. Mein Ansatz war rein analytisch: Ich habe 20 Bilder manuell bearbeitet und 20 Bilder mit Presets gestartet. Das Ergebnis war eindeutig: Die Preset-Bilder waren nach durchschnittlich drei Minuten fertig. Ich musste nur noch die Belichtung und den Weißabgleich anpassen. Das ist eine Zeitersparnis von etwa 80 % pro Bild.

Allerdings gab es einen Haken. Nicht jedes Preset passt zu jedem Licht. Ein Look, der bei strahlendem Sonnenschein an einem Steinbruch im Kaiserstuhl super funktioniert, lässt die Nebelstimmung am Schauinsland wie einen radioaktiven Unfall aussehen. Presets sind keine „Set-and-forget“-Lösung. Sie sind eher wie eine gute Vorlage für einen Bericht: Man muss die Daten (in diesem Fall die Belichtung und die Farben des RAW-Files) trotzdem noch prüfen und validieren. Wer glaubt, mit einem Paket für 50 Euro alle Bearbeitungsprobleme zu lösen, kalkuliert schlicht falsch.

Vorher-Nachher Vergleich einer Bildbearbeitung mit Lightroom Presets am Laptop

Die Controller-Analyse: Was steckt wirklich in einem .xmp-File?

Nachdem ich vier Kurse hinter mir hatte, habe ich angefangen, die Presets zu dekonstruieren. Ich habe geschaut: Was macht der Ersteller eigentlich bei den Gradationskurven? Warum zieht er die Sättigung bei Orange hoch, aber bei Gelb runter? Dabei habe ich mehr über Farbharmonie gelernt als in mancher Theorie-Lektion. Ein Preset ist wie eine Fallstudie eines Profis. Man sieht das Endergebnis und kann den Rechenweg zurückverfolgen.

Für mich als Hobbyist ist die Erkenntnis wichtig: Ein Preset nimmt dir nicht das Denken ab, sondern die Fließbandarbeit. Es setzt die Basis. Aber – und das ist ein großes Aber – es gibt eine Gefahr, die viele unterschätzen. Presets können deine kreative Handschrift verwässern. Wenn du nur noch fremde Looks drüberlegst, sehen deine Bilder irgendwann aus wie die von tausend anderen Instagram-Accounts. Du kopierst nicht nur den Stil, sondern oft auch die Fehler des Erstellers bei der Belichtung oder Farbbalance, die vielleicht für seine Kamera (vielleicht eine Vollformat-Kamera) passten, aber nicht für deine Sony Alpha 6400.

Die Gefahr der „fremden Fehler“: Warum Presets bremsen können

Hier kommt mein „Unique Angle“ als Controller: Presets sind oft ein Hindernis für die eigene Entwicklung, weil sie dazu verleiten, technische Mängel in der Aufnahme zu ignorieren. Ich habe oft beobachtet, dass Leute ein Preset nutzen, um ein falsch belichtetes Bild zu „retten“, anstatt zu verstehen, warum die Belichtungsmessung der Kamera im Schwarzwald-Wald versagt hat. Man übernimmt die Belichtungskorrektur des Presets, die vielleicht viel zu aggressiv für das eigene Ausgangsmaterial ist. Das Ergebnis ist Bildrauschen oder Artefakte in den Schatten, die man bei einer manuellen Bearbeitung vermieden hätte.

Ich habe für mich beschlossen: Presets sind mein Werkzeug für Familienfotos – den Sohn auf dem Laufrad oder Schnappschüsse vom Grillen. Da brauche ich Effizienz. Aber für meine Landschaftsaufnahmen vom Feldberg oder dem Belchen nutze ich sie nur noch als Referenz. Ich habe mir mittlerweile eigene Presets erstellt, die auf meinen Workflow und meine Sony-Farben optimiert sind. Das ist der wahre Hebel. Wenn du wissen willst, wie du dahin kommst, empfehle ich dir, erst mal die Grundlagen in einem Lightroom Kurs für Berufstätige zu festigen, bevor du Geld für teure Preset-Pakete ausgibst.

Sony Alpha 6400 Kamera neben Notizbuch mit Kamera-Einstellungen auf Holztisch

Mein Fazit: Wann sich das Investment wirklich rechnet

Lohnt sich der Kauf? Wenn du wie ich wenig Zeit hast und nach der Arbeit nicht noch stundenlang Kurven biegen willst, ist ein Preset-Paket ein guter Startpunkt. Es ist wie eine Software-Abkürzung: Man kauft sich Zeit. Aber man sollte es als Teil eines größeren Lernprozesses sehen. Wer nur Presets nutzt, ohne zu verstehen, was sie tun, bleibt auf dem Niveau eines Smartphone-Knipsers mit besserer Hardware stehen. „Ich habe den ganzen Tag Tabellen analysiert; ich sollte nicht jedes einzelne Familienfoto vom Wochenende einer Tonwertanalyse unterziehen müssen“, dachte ich oft. Und genau dafür sind sie da.

Mein Rat für den nächsten „Investment-Check“: Kauf dir ein Paket, teste es an 100 Bildern durch und schau, wie viele Looks du wirklich nutzt. Bei mir waren es von 50 Presets genau drei, die in 90 % der Fälle funktionierten. Wenn du tiefer einsteigen willst, schau dir mal meinen Vergleich zum Thema Lightroom Kurs Einmalzahlung oder Abo an, denn das richtige Lernformat ist oft wichtiger als das nächste Preset-Paket. Am Ende zählt, dass du den Moment im Schwarzwald so festhältst, wie du ihn in Erinnerung hast – und nicht so, wie es ein Preset-Designer aus Kalifornien für richtig hält.

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